Von heute auf morgen blind – und trotzdem voller Lebensmut

In der 4. Klasse beschäftigen wir uns in Lebenskunde unter anderem mit dem Thema „Wie sieht die Welt für Blinde aus?“ Dabei stellen die Kinder immer viele Fragen, wie z. B.: Wie wird man blind? Wie orientieren sich blinde Menschen? Welche Hilfsmittel gibt es? Wer war Louis Braille? Blind und Fernsehen – geht das? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einen Blinden sehe?

Frau Tietz erfuhr von einem ehemaligen Schüler unserer Schule, der vor Kurzem erblindet ist. Martin war schnell bereit, uns zu besuchen und über seine Erfahrungen zu berichten.

Es wurde eine Stunde mit den Lebenskunde-Kindern der 4d und eine Stunde mit der ganzen Klasse 5b vereinbart.

Beide Gruppen waren aufgeregt und bereiteten sich gut vor, indem sie alle ihre Fragen notierten.

Selbstbewusst erzählte Martin dann seine Geschichte und beantwortete alle Fragen. Martins Leben hat sich in kurzer Zeit komplett verändert. Er zeigte und erklärte, wie man mit einem Taststock umgeht, wie er sich in seinem Zuhause zurechtfindet und wie schwierig es für ihn in einer ungewohnten Umgebung ist. Besonders interessant war seine Brille. Es ist keine normale Brille, sondern eine, die ihm z. B. beschreibt, wer vor ihm steht, wie das Wetter ist, wie spät es ist usw. Martin zeigte auch seinen Klingelball, mit welchem er eine Sportart betreibt, die für blinde Menschen geeignet ist. Noch weiß er nicht, ob er an seiner jetzigen Schule bleiben kann oder nach den Sommerferien auf eine Blindenschule wechseln muss. Seine Lebenseinstellung „Ich bin zwar blind, aber ich mache das Beste daraus“ zeigt, was für ein toller Junge er ist.

Die Kinder erfuhren also viel darüber, wie Martin seinen Alltag meistert und wo er Unterstützung braucht. Dadurch konnten sie lernen und besser verstehen, vor welchen Herausforderungen blinde Menschen stehen.

Sie wünschen dir, lieber Martin, alles Gute für dein weiteres Leben.